Konzert am 24. Mai um 18 Uhr im Kunstforum der GEDOK
Unter dem Motto „Crossing Ages“ spielt die Pianistin Shoko Kuroe am 24. Mai um 18 Uhr im Kunstforum der GEDOK (Koppel 66) ein Programm mit neuer Musik von Hamburger Komponistinnen und Komponisten, die mit einer Ausnahme alle langjährige Mitglieder der Gesellschaft für Neue Musik (GNMH) dieser Stadt sind. Es erklingen Werke von Renate M. Birnstein, Christine. K. Brückner, Babette Koblenz, Marcia Lemke-Kern, Thomas Jahn, Thorsten Kuhn, Wolfgang A. Schultz und René Mense. Darunter sind fünf Uraufführungen.
Ein roter Faden, der sich mal mehr mal weniger hörbar durch das Programm zieht, ist die Überschneidung von Lebensaltern und Erfahrungen; fast geometrisch wahrgenommen als Punkte einer sich ständig wandelnden Zeit, was sich auch an den sehr unterschiedlichen musikalischen Stilen der Werke abhören lässt. Die Genres der an diesem Abend erklingenden Musik reichen von abstraktem Pointillismus über Ragtime, Song- und klassischer Liedvariation bis hin zu rhythmisch-minimalistischen Kompositionen.
Das Programm wird moderiert von René Mense (1. Vorsitzender der GNMH)
Shoko Kuroe wurde in Japan geboren und erhielt mit vier Jahren ihren ersten Klavierunterricht. Seit 1981 lebt sie in Hamburg, wo sie von Eliza Hansen, einst Schülerin von Edwin Fischer und Artur Schnabel, ausgebildet wurde. Besonders prägend für ihre künstlerische Entwicklung waren außerdem Begegnungen mit Künstlern wie Christoph Eschenbach, Mitsuko Uchida, Andrei Gavrilov und dem Cleveland Quartet. Sie war Preisträgerin verschiedener nationaler und internationaler Wettbewerbe und Stipendiatin der „Oscar-und-Vera-Ritter-Stiftung“ und der „Zeit-Stiftung“. Shoko Kuroe tritt als Solistin in Europa, in den USA und in Japan auf und ist eine begeisterte Kammermusikerin. Sie arbeitete auch mit Schauspielern wie z.B. Evelyn Hamann, und Christoph Bantzer zusammen. Ihre Interpretationen sind dokumentiert in internationalen TV- und Rundfunkaufnahmen (u.a. bei ARD, ZDF, NDR, dem Rumänischen Nationalrundfunk) sowie CD- Einspielungen. Seit 1986 ist sie regelmäßig Gast bei internationalen Festivals wie z.B. dem Schleswig-Holstein Musik Festival, wo sie auch als Dozentin an der Orchesterakademie tätig war.
Die Gesellschaft für Neue Musik Hamburg e.V. (GNMH) wurde im Januar 1992 gegründet. Unter dem Vorsitz eines der Vereinsgründer, Manfred Stahnke, wurde erstmals im November 1992 in der Opera Stabile in Zusammenarbeit mit dem Ensemble L’Art pour l’Art und der Musikervereinigung TonArt das Festival „Fließende Grenzen“ veranstaltet, dessen Schwerpunkt die Berührung von Improvisation und Notation war. Daran war bereits die stilistisch und musikästhetisch überaus heterogene Mitgliederstruktur der GNMH zu erkennen, welche den Verein bis heute kennzeichnet.
Mit der Wahl von Hans-Christian von Dadelsen zum ersten Vorsitzenden im Jahr 1997 erhielt das Festival ein inhaltlich stärker auf musikphilosophische Fragen ausgerichtetes Konzept, wobei von Dadelsen vor allem bestimmte Entwicklungen der Popmusik und der minimal music in den USA versus in der klassischen europäischen Tradition stehende Kompositionsverfahren in den Vordergrund gerückt hat.
Unter dem Vorsitz von René Mense, der 2007 gewählt wurde, hat die GNMH einen neuen Weg eingeschlagen. Aus einem jährlichen Festival wurden nun mehrere aufs Jahr verteilte Konzerte, die alle einen eigenen inhaltlichen Schwerpunkt haben. Unter Menses Vorsitz haben immer wieder auch Werke der klassischen Moderne Eingang in die Programme der GNMH gefunden, womit ihrem Selbstverständnis als in der Tradition der Neuen Musik stehender Institution Rechnung getragen werden soll.